Staatsschutz hat Ermittlungen übernommen

Erstveröffentlicht: 
21.08.2017

Falkensee/Groß Behnitz (MOZ) Nach den mutmaßlichen Brandanschlägen auf Bahnanlagen nahe Groß Behnitz und Finkenkrug am Samstag entlang der Strecken zwischen Hamburg und Berlin hat nun der Staatsschutz des Landeskriminalamtes die Ermittlungen übernommen, wie Polizeisprecher Torsten Herbst am Montag bestätigte.

"Nach all dem, was wir wissen, liegt der Verdacht ohne Wenn und Aber nahe, dass Linksextremisten für die beiden Anschläge verantwortlich gewesen sein könnten", sagte er. "Erkenntnisse dazu liegen aber noch nicht vor. Wir vermuten aber einen politischen Hintergrund."

Die Täter wollten offenbar verhindern, dass weitere Neonazis zur Großkundgebung nach Spandau anreisen können. Eine Gruppe von rund 250 Rechtsextremen marschierte schließlich in der Folge am Samstag durch Falkensee.

Mit Blick auf die beiden Anschläge, ein Kabelschacht und eine Signalanlage waren in Brand geraten, hat es nach wie vor allerdings noch kein Bekennerschreiben gegeben. Die Untersuchungen seien bislang noch nicht abgeschlossen, auch dahingehend noch nicht, ob jeweils Brandbeschleuniger verwendet wurden.

"Wir werden sehen, was bei den Ermittlungen herauskommen wird. Wir brauchen unter Umständen langen Atem. Sobald wir Erkenntnisse haben, gehen wir offensiv damit um", so Herbst weiter.

Indes war der Bahnverkehr am Samstag und Sonntag und in Teilen auch am Montag auf den beiden Strecken Nauen-Spandau und Rathenow-Spandau nicht nur mit erheblichen Einschränkungen verbunden, sondern es lief fast gar nichts mehr. Erst am Montag entspannte sich die Situation laut Angaben von Bahnsprecher Burkhard Ahlert.

"Die Reparaturarbeiten sind soweit abgeschlossen. Die Strecken sind befahrbar, zeitliche Verzögerungen sind aber möglich", betonte er. Die Schäden seien massiv gewesen. Aber: "Die Materialschäden sind zwar finanziell auch hoch, doch machen sie den geringsten Teil des Vandalismusproblems aus. Das Binden von Personal, entsprechende Kosten und die Auswirkungen für Reisende durch Verspätungen oder Zugausfälle sind deutlich gravierender."